Aktuelle Texte

 * Ein ziemlich sicheres

   Kochrezept für BURN OUT

* Loslassen lernen

* Die Botschaft im  

   Verbundensein

* Auszeit - Lass' die Seele   

   wieder atmen!

* Vom Beruf in den Ruhestand

* Single-Leben gestalten

* Therapeutische Zeremonien

* Langzeitreisen -Testlauf für 

   Auswanderer 

 

 


Informationen oder Hilfe im Bereich der Psychotherapie finden Sie unter www.uhlenbrock-psychotherapie.de





 Die Botschaft im Verbundensein

 

Verbunden-sein ist immer ein Weg an einer Klippe: atemberaubend schön und gleichzeitig gefährlich. Anziehend und abstoßend, verschmelzend und isolierend, zu viel und zu wenig liegen oft nah beieinander. Viele Menschen haben Angst vor dem ‚falschen Schritt‘, vor Verletzt-werden oder Verletzen. Denn Verbunden-sein öffnet innere Türen, schafft Nähe - und macht dadurch verletzlich. Doch was ist ein ‚falscher Schritt‘ und welche Bedeutsamkeit hat Verbunden-sein ...

 

- für die Nähe zu uns selbst und die Gesundheit der Psyche

- für den Austausch mit unserer Umwelt und den Platz in der Gemeinschaft

- für die innere Fülle und die Lebensbilanz

- für die Gesellschaft, in der wir leben und die Zukunft

 

Eine Lösung aus tausend Puzzleteilen …

 

Weiter lesen?

-------------------------------------

 

 

Ein Leben ist so erfüllt, wie wir in Verbindung gehen. Und es ist so verbunden wie wir es zulassen - nicht weil es in unserem Umfeld und der Welt kein ‚Angebot‘ gäbe. Doch gehört Unverbunden-sein zur Alltagsnormalität vieler Menschen. Ist erst einmal die innere Tür geschlossen, werden wir zu ‚Zuschauern‘ im emotionalen Spiel des Lebens. Wir stehen hungrig vor einem reichen Gabentisch mit einer unsichtbaren Glaswand davor. Lebenszeit ohne innere Fülle bringt wenig Satt-sein und am Ende wenig Satt-geworden-sein vom Leben. Verbunden-sein heißt Energiefluss, egal in welcher Form: Liebe, Nahrung, Unterstützung, sich heimisch fühlen, beteiligt sein, gesehen werden, Bedeutung haben. Die Qualität von Verbunden-sein, d. h. die emotionale Intensität, macht den ‚Nährwert‘ von Erlebnissen aus, nicht die Quantität vieler Schein-Verbundenheiten. Sogar unangenehme Erfahrungen sind oft ‚reich‘ an Verbundenheit. Besser dies als gar nichts erleben – so zeigen sich auch manche Partnerschaften.

Menschen werden als „Verbindungskünstler“ geboren – vom ersten Atemzug an nimmt das Baby Kontakt mit seiner neuen Umgebung auf, zeigt sich offen und empfangsbereit. An das Unverbunden-sein muss es sich dagegen mühsam gewöhnen, es entgegen seiner Bedürfnisse als neue Normalität erlernen. Misstrauen, Isolation und Gleichgültigkeit gehören nicht zum angeborenen Repertoire.

Als Ursache qualvollen seelischen Unverbunden-seins erleben Kinder ihre unverbundenen Eltern, auch wenn sie mit materiellen Gütern überhäuft werden. Unverbundene Eltern ‚fühlen‘ ihre Kinder nicht, sondern betrachten sie als von sich getrennte ‚Objekte‘, die ernährt, angeleitet und motiviert werden. Kinder lassen sich in dieser Hinsicht nicht täuschen, ihrer Intuition ist wach und leidet unter dem, was fehlt. Einsamkeit, Selbstzweifel oder hilflose Wut sind Folgen, häufig in psychosomatischen Krankheiten ausgedrückt. Genauso spüren sie Unverbunden-sein zwischen ihren Eltern und Großeltern, im Kontakt mit Lehrern oder Betreuern, in der kalten Anonymität von Großstädten. Auf dem Land kennt häufig noch jeder jeden, Tiere und Natur bieten lebhafte Verbindung an, die ausgleichend wirkt für das, was woanders vielleicht fehlt.

Auch die Erwachsenen waren einmal Kinder und lernten, dass Unverbunden-sein zum Erwachsenwerden dazu gehöre. Oder sie wurden früh mit unverdaubaren Erfahrungen konfrontiert, wie sie mehrere Generationen von 'Kriegskindern' erlitten, die nur noch durch emotionale Trennung von der Umwelt und den Geschehnissen um sie herum ein Stück heiles Innenleben bewahren konnten. Emotionaler Abstand zu sich selbst, zum Körper, zu Mitmenschen, zur Gesellschaft, zu den Wellen des Lebens scheint ‚sicherer‘ – um den Preis, dass das Leben von innen leer wird. Unbeteiligt-sein wird fortan hinter ‚Anstandsregeln‘ oder Rationalität versteckt, das Leben 'ist halt so'. Es geht in der Psyche nicht um Schuld – alles hat Ursachen und Logik. Es geht um Aufwachen, Erkennen und neues Öffnen.

Denn Unverbunden-sein hat ungeheure Auswirkungen, es ist der Boden, auf dem viele Störungen wuchern: Unverbunden-sein mit dem eigenen Ich (das fremd erscheint und deshalb von einem gierigen Ego ersetzt wird), mit dem Tätig-sein (das zur Pflichtausübung reduziert ist), mit dem eigenen Körper (der nur als Werkzeug dient), mit den eigenen Gefühlen (die stören und die nicht gehört werden), mit den nicht gelebten Teilen der Persönlichkeit (die als Potentiale und Wahlmöglichkeiten nicht zum Zuge kommen). Unverbunden-sein mit dem nächsten Mitmenschen lässt Misstrauen und Egoismus sprießen, wo Vertrauen und Gemeinsamkeit Kooperation ermöglichen würden. Unverbunden-sein in Gruppen degradiert das Zusammensein zum Austausch von ‚Rollenspielern‘, Unverbunden-sein mit seinem eigenen Leben lässt es zu einer Aneinanderreihung gesichtsloser Zeitabschnitte verblassen. Das Nicht-spüren des eigenen spirituellen Selbst führt zu Sinnlosigkeitsgefühlen und Angst vor Alter und Tod. Unverbunden-sein mit der Welt entseelt die Schöpfung und erklärt sie zum bloßen Ressourcen-Lieferanten für immer mehr Konsumartikel. Missbrauch von Schwächeren oder Betrug am Mitmenschen gedeihen nur auf diesem Boden. Kriege, Rüstungs- und Müllexortgeschäfte setzen Unverbunden-sein voraus oder zerstören bestehende Verbundenheit anderer, die wie z. B. indigene Völker ‚ökonomischen Interessen‘ zu weichen haben.

Wenn Arbeit unpersönlich wird und als ‚Pflicht‘ über den Rechten des Ichs steht, wird sie zerstörerisch. Sie reduziert aber nicht nur die Wachstumsmöglichkeiten in anderen Lebensbereichen, sie degradiert einen Menschen zum Sklaven: ‚Leben um zu arbeiten‘. Die Ich-Unverbundenheit mit entfremdeter Arbeit in kalter Betonkulisse zum reinen Zweck der Schaffung von Quantität und Geld wird hinter einer Täuschung versteckt, auf der auch die Webeindustrie wuchert: Wenn erst x erreicht ist, dann macht mich das, was damit gekauft werden kann, satt, liebenswert, zufrieden, sicher, glücklich, zum guten Vater…. Sattsein im Sinne psychischer Bedürfnisse geschieht niemals über ‚Ware‘ oder ‚Regeln‘, nur über ‚Erleben‘. Wer keine Freude am Schaffensprozess mehr empfindet, tröstet sich schnell mit Ersatzbefriedigungen wie Kaufen, Konsumieren, Aktionismus.

Als Signal lehrt uns daher Unverbunden-sein, dass jemand aus der nährenden Verbindung mit sich selbst, mit anderen Menschen und der Welt heraus gefallen ist. Er sitzt in seinem vielleicht ‚goldenen Käfig‘, jedoch einsam, gefangen und unerreichbar. Es ist nicht zu verwechseln mit Individualität, sie kann mit einem hohen Maß an Verbunden-sein einher gehen.

Wenn wir Unverbunden-sein erkennen und wieder neue (oder andere) Verbundenheit wachsen lassen, lösen wir Blockaden im Energiefluss auf und die ursprüngliche Lebendigkeit tritt hervor – wie ein innerer Frühling. Leben ist Wahrnehmen, Geben und Nehmen, quasi ‚Energieaustausch‘. Daraus entspringt neuer Mut, Lebensfreude, selbst körperliche Gesundheit.

Die erste und zentralste Verbindung eines Menschen ist die zu sich selbst. Wer mit sich ‚auf Kriegsfuß‘ steht, hat den Zugang zu seiner wichtigsten Energiequelle verloren: seinem sprudelnden Ich. Damit ist auch der Zugang zu allen Gaben und Talenten verloren, die dort als Same schon angelegt sind. Ego-Bedürfnisse sind ‚künstlich‘ und müssen ständig gefüttert werden, das Ich schöpft aus sich selbst. Fülle im Inneren wie im Außen muss nicht geschaffen werden, sie ist bereits da - nur blockiert. Wird die Psyche nicht mit ‚echten‘ Gefühlen genährt, verkümmert sie, verdorrt und erschöpft sich leise. Manche (moderne) Krankheit hat hier eine ihre Wurzeln: Sucht, Angst, Depression, Burnout. Und genau hier, verborgen im Inneren eines jeden Individuums - liegt der erste Schlüssel zur Lösung.

Den Zugang zu uns selbst (dem Ich) finden wir wieder in der Stille, im in-sich-Hineinhorchen und im Spüren des Körpers ‚von innen‘. Wenn wir dem Dialog mit uns selbst regelmäßig Raum geben, lernen wir die ‚Innere Stimme‘ zu hören, unseren vertrauenswürdigsten Ratgeber, denn sie schöpft aus dem Unterbewusstsein (das unter anderem über 95 % unserer Wahrnehmungen und Verarbeitungsprozesse ausmacht) und nicht aus dem begrenzen Denken (das wie eine Bücherei nur auf einen vorhandenen Bestand zurück greifen kann).

Ein zweiter Schlüssel liegt in einer neuen Öffnung für die Umwelt. Menschen ziehen im Laufe ihres Aufwachsens einen Zaun um ihr Innenleben. Jeder Mensch benötigt Raum für seine Individualität. Ist der Zaun nicht (mehr) gesichert, fühlt sich ein Mensch zu recht ungeschützt. Manche haben jedoch den Zaun unüberwindbar hoch gezogen. Er blockiert Austausch bis in die Isolation hinein. Wenn wir nun Türchen in den Zaun bauen und das Leben wieder einladen, uns zu besuchen, wird unser ‚innerer Garten‘ belebt und blüht auf. Gäste bringen immer etwas mit: Erfahrungen, Freude, Bestätigung und Zuneigung, jeder ist letztlich ein Lehrer für den anderen, wenn wir es erlauben. Türchen sind zum Auf- und Zumachen da, nicht wahllos vertrauend, nicht pauschal misstrauend.

Letztlich ist JEDER Zugang hilfreich, solange er nur seelische Verbindung und damit innere Erlebnisse erschafft: stilles Spüren über die 5 Sinne, intensives Wahrnehmen des eigenen Körpers, Kunst und Kreativität, Naturerfahrungen, Austausch mit anderen Menschen, Begeisterung für ein Projekt oder tiefe spirituelle Begegnung. Selbst im Kino zu weinen oder sich heftig zu streiten, sich beim Umzug Muskelkater einzufangen oder den Keller zu entrümpeln kann wieder verbinden - zumindest mit den eigenen Gefühlen. Menschen in Seniorenheimen leben spürbar auf durch Haustiere, andere holt eine soziale Aufgabe aus ihrer Isolation. Verbunden-sein ermöglicht die ‚Umfahrung von Blockaden‘ bei Menschen nach Unfällen, die Gestaltungsspielräume verloren haben und beginnen, ganz andere Talente in sich zu entdecken.

Das neue Zulassen von Verbunden-sein mag sich anfangs anfühlen wie 'Auftauen' - und das bedeutet es auch. Das eingefrorene Ich nimmt wieder Kontakt auf, ein neuer Frühling zieht ein. Sanft und in kleinen Schritten ist der Weg nach jedem 'inneren Winter', auch Selbstvertrauen und Feinheit in der Wahrnehmung wollen erst wieder wachsen und manches alte Gefühl tritt an die Oberfläche - wir sind wieder 'berührbar' im wahrsten Sinne des Wortes. Lassen wir uns Zeit - so wie die Natur - so können wir auch das Auf und Ab in der Übergangsphase besser tolerieren und rufen nicht ein erneutes Verschließen herbei. Im Sommer unseres aufgeblühten Ich's dann werden Beziehungen innig und wahrhaftig, Arbeit wird ein lebendiger Teil des Lebens und der Körper 'das Haus in dem wir wohnen'. Durch die neue Verbindung zwischen Innen und Aussen, Arbeit und Freizeit, Fremden und Nächsten bleiben wir in Balance. Der moderne Begriff 'Work-Life-Balance' transportiert genauso diese Idee - nicht nur die Frage nach ausgewogenem ‚Zeitmanagement‘. Jede Einseitigkeit gibt dem Einen, nimmt dafür Anderem etwas weg. ‚Monokulturen‘ sind fade und störanfällig.

Schicksalsschläge und andere große Lebensveränderungen ähneln oft Bulldozern, die Zäune einreißen und innere Gärten platt walzen. Da bleibt oft erst einmal nur der entsetzte Rückzug ins tiefste, verborgene Ich. Wer die Aufforderung begreift, seinen Zaun neu zu bauen, Türchen nicht zu vergessen, den Garten neu zum Blühen zu bringen, wer wieder Mitmenschen und Natur zum Besuch einlädt, für den wird daraus ein Öffnungsprozess. Die vorhandene Fülle des Lebens bekommt Erlaubnis einzutreten, Neues hervor zu bringen und zu berühren, vielleicht sogar mehr als zuvor. Menschen nach solchen Erfahrungen sind feinsinniger geworden, bewusster, wertschätzender. Sie schauen nicht weg, sie nehmen wahr, sind in Kontakt und spüren Verantwortung. Viele verbundene Menschen können eine Welle auslösen. Wellen können Weltpolitik verändern ...


Danke für’s Lesen!

Herzlichst
Ihre / Eure 'P.U.'

 

 

Petra Uhlenbrock

Diplom-Psychologin -

Psychologische Psychotherapeutin

bei

Seminare und Coaching Rhein-Sieg

 


Kontakt:

Tel.:     02241 84 48 222

Mobil:  0157 39 12 18 30

Email:

info(a)petra-uhlenbrock.de


Aktuell ist aus Datenschutzgründen leider kein Kontaktformular verfügbar. Bitte nehmen Sie von Ihrem eigenen Account aus mit mir Kontakt auf. Vielen Dank für Ihr Verständnis. 


Fliersbachstrasse 7

53842 Troisdorf - Spich


Der Ortsteil Spich ist über die A59 (3 km) oder über die Bundesstraße 8 gut zu erreichen. Mehrere Bushaltestellen und die S-Bahn liegen fußläufig an oder in der Nähe der Hauptstraße von Spich, Parkplätze finden Sie direkt vor dem Haus auf dem "Spicher Platz".